Haftpflichtversicherung – Einladung zum Versicherungsbetrug?

Zugegeben, die Gestaltung der Privaten Haftpflichtversicherung lässt die Möglichkeiten, hier zu manipulieren vielfältig erscheinen. Zum Beispiel ist es selbstverständlich nicht versichert, wenn ich mich schusselig auf meine neue teure Super Gleitsicht-Brille setze und das teure Gestell bis zur Unkenntlichkeit verbiege. Anschliessend vor lauter Wut drauftrete und ihr den Rest gebe. Wenn jetzt ein guter Bekannter anbietet, Mensch, ich sag einfach meiner Haftpflichtversicherung, dass ich da aus Versehen draufgetreten bin, dann kann das schon verlockend klingen.

Aber Vorsicht! In der Haftpflicht wird viel betrogen und viele Leute sind wohl noch immer der Meinung, dass sei eine Art Kavaliersdelikt. Dem ist allerdings nicht so: Das richtige Wort lautet Versicherungsbetrug. Wenn das rauskommt kann es eng werden. Sehen Sie selbst:

“Wer eine gegen Untergang, Beschädigung, Beeinträchtigung der Brauchbarkeit, Verlust oder Diebstahl versicherte Sache beschädigt, zerstört, in ihrer Brauchbarkeit beeinträchtigt, beiseite schafft oder einem anderen überläßt, um sich oder einem Dritten Leistungen aus der Versicherung zu verschaffen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Der Versuch ist strafbar. Vgl. § 265 Strafgesetzbuch.”

Übel, oder? Und oft geht es ja nur um kleine Sachen, bei denen es sich wirklich nicht lohnt. Und ausserdem fällt so etwas dem Versicherer im Wiederholungsfall auf. Und wer mit mehreren Schäden in kürzerer Zeit aufwartet, muss ganz schnell auch mal mit einer Kündigung rechnen. Und wer einmal wegen Schadenhäufigkeit gekündigt wurde, hat es sehr schwer, eine neue Versicherung zu bekommen. Nach Vorverträgen wird bei Antragsstellung nämlich ausdrücklich gefragt und der Versicherer hat das Recht, Anträge abzulehnen. Wär doch schade um die schöne Haftpflichtversicherung.

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