Wer ermittelt die Risikoeinschätzung für die Elementar- Versicherung?

Ob ein Gebäude oder ein Hausrat in der Elementarschadenversicherung versicherbar ist, hängt überwiegend von dem Hochwasserrisiko seines Standortes ab. Um dies allgemeingültig zu dokumentieren, hat der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) mit Hilfe von Überschwemmungsdaten der Wasserwirtschaftsämter das computergestützte Zonierungssystem ZÜRS (ZÜRS = Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) entwickelt.

2001 wurde die erste ZÜRS-Version fertig gestellt und seitdem wird dieses System regelmäßig weiterentwickelt und aktualisiert: Insgesamt wurden bis 2012 über 21 Millionen Adresskoordinaten in das System eingespeist, so dass heutenahezu jedes Gebäude einer der insgesamt vier Gefährdungsklassen zugeordnet werden kann.

Die 4 Gefahrenklassen bedeutet im Groben:

Gefährdungsklasse 4: statistisch 1 mal in 10 Jahren ein Hochwasser
Gefährdungsklasse 3: statistisch 1 mal in 10-50 Jahren ein Hochwasser
Gefährdungsklasse 2: statistisch 1 mal in 50-200 Jahren ein Hochwasser
Gefährdungsklasse 1: statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre ein Hochwasser

Somit hilft ZÜRS Geo bei der Beantwortung der Fragen, wie „ Welches Gebäude ist in welchem Ausmaß hochwassergefährdet? Welches Umgebungsrisiko ergibt sich aus dem Standort, zum Beispiel eines Gewerbebetriebes für eine Umweltschadensversicherung? Welche Gebiete sind risikofrei?“

Ungefähr 2,3 Prozent der Gebäude liegen in den Zonen 3 und 4 und ungefähr 10 bis 12 Prozent der Gebäude liegen in Zone 2. Zusätzlicherkennt ZÜRS auch Bachzonen. Hierbei wurde das Flussnetz um kleine Gewässer erweitert. Dabei wurde um die kleinen Gewässer eine Pufferzone von jeweils 100 Metern pro Seite gelegt. Liegt ein Haus innerhalb dieser Zone, also nicht mehr als 100 Meter vom Bach entfernt, gibt ZÜRS diese Bachinformation zusätzlich zur Gefährdungsklasse an.

Die Bestimmung des geografischen Gebietes der einzelnen Gebäude kann sowohl über eine Postadresse als auch über Eingabe einer Geokoordinate erfolgen.

Durch das seit 2007 in Kraft getretene Umweltschadensgesetz wird ZÜRS aktuell um einen Haftpflichtbaustein erweitert, denn durch das Umweltschadensgesetz sind völlig neue öffentlich-rechtliche Verpflichtungen zur Vermeidung und Sanierung von Schäden an der Umwelt selbst entstanden. Hierzu gehört die Haftung für Biodiversitätsschäden, die Schädigung besonders geschützter natürlicher Lebensräume (zum Beispiel Vogelschutzgebiete) sowie besonders geschützter Tier- und Pflanzenarten durch jede Form der beruflichen Tätigkeit.

Deine Meinung ist uns wichtig

*