Alter befreit nicht vor dem Winterdienst

Die meisten Immobilienbesitzer sowie zahlreiche Mieter kennen folgendes Problem: Es hat geschneit, sodass man am Morgen zunächst einmal dazu angehalten ist, den Gehweg vom Schnee zu befreien und ihn somit für jedermann begehbar zu machen. Ein Verzicht mag zwar komfortabel erscheinen, gilt jedoch als riskant – denn sollte jemand aufgrund des ausgelassenen Winterdienstes stürzen, haftet man dafür. Die private Haftpflichtversicherung zahlt in solch einem Fall natürlich nicht, es gilt die Wege frei zu halten. Ob man dies selbst macht oder jemanden beauftragt, macht keinen Unterschied.

Vor wenigen Tagen sorgte ein Fall für Schlagzeilen. Es geht um eine ältere Frau, die ihrem Winterdienst nicht mehr nachgeht. Im Grunde sind die Rahmenbedingungen ein Klassiker, denn tatsächlich steht ein kurzes Stück Gehweg im Mittelpunkt des Streits. Die Frau, die immerhin beeindruckende 98 Jahre alt ist, befreit den Weg weder von Schnee noch Eis, weil ihr dies schlichtweg zu mühsam ist. Infolge kam es zu einem Rechtsstreit, vor Gericht musste geklärt werden, wie zu verfahren ist.

Schlussendlich wurde vom Gericht festgestellt, dass die Pflicht zum Räumen des Weges weiterhin besteht – ihr hohes Alter befreit die Frau nicht automatisch von dieser Verpflichtung. Zudem merkte das Gericht an, dass sie den Weg keinesfalls selbst räumen müsse, sie könnte ebenso jemanden damit beauftragen.

Das Urteil des Gerichts macht deutlich, wie wichtig das Thema Winterdienst ist und dass man sich vor dieser Pflicht nicht so leicht drücken kann. Zumal die Risiken nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind. Sollte sich nämlich jemand verletzen, beispielsweise durch einen Sturz, könnte es richtig kostspielig werden. Da ist es besser, man ist konsequent und hält die Wege frei, damit man sich auf der sicheren Seite befindet.

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