Randale in Frankfurt – Täter können nicht auf ihre Haftpflichtversicherungen zählen

In der vergangenen Woche kam es in der Frankfurter Innenstadt zu schweren Ausschreitungen. Längst nicht alle Teilnehmer der Blockupy Bewegung wollten friedlich demonstrieren, es reisten auch einige Randalierer an, die in der Stadt große Schäden angerichtet haben. Zeitweise glich die Situation einem Ausnahmezustand, einige Journalisten sprachen von einem kriegsähnlichen Zustand.

Die Demonstrationen richteten sich vor allem gegen die Regierung, die EZB und Großkonzerne. Doch Leidtragenden der Randale waren insbesondere mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen. Etliche Randalierer ließen es sich nicht nehmen, schwere Sachschäden anzurichten, indem sie beispielsweise Fenster einschlugen und Autos in Brand setzen. Die Opfer können nun oft nichts anderes machen, als Haftungsansprüche gegen die Täter durchzusetzen.

Unglücklicherweise ist es vielen Randalierern gelungen, ungeschoren davonzukommen. Doch einige wurden gefasst und müssen sich womöglich verantworten, was letztlich bedeuten kann, dass sie die Kosten ihrer Schäden zu tragen haben. Vor allem deren Eltern zeigen sich zum Teil schockiert. Nicht selten stammen die jungen Randalierer aus vergleichsweise gutsituierten Familien und sehen in ihrem Verhalten eine Art von Protest.

Allerdings kann dieser Protest ganz schön teuer werden und so mancher Randalierer bereut seine Tat. Sowohl bei ihnen als auch den Eltern kommt die Frage auf, ob die Möglichkeit besteht, die Schadenskosten über die private Haftpflichtversicherung geltend zu machen. Allerdings ist diese Möglichkeit nicht gegeben, da Haftpflichttarife gewisse Einschränkungen vorsehen. Hierzu zählt insbesondere grobe Fahrlässigkeit sowie das Handeln mit Vorsatz.

Den Randalierern sollte klar sein, dass sie eindeutig mit Vorsatz gehandelt haben – niemand gerät zufällig in eine Situation, die ihn oder sie dazu zwingt, Scheiben einzuschlagen oder Autos in Brand zu stecken. Dementsprechend werden die Versicherer nicht zahlen, sodass die Täter persönlich zur Verantwortung gezogen werden – zumal sie sich ihrer Verantwortung nicht einfach entziehen können. Sollten Opfer vor Gericht ziehen und Titel erwirken, sind diese 30 Jahre lang gültig.

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