Wo die Haftpflichtversicherung versagt

Nicht immer ist eine Haftpflichtversicherung bereit auch zu zahlen. Logischerweise z. B. dann nicht, wenn eine Haftung nicht vorliegt. Beispielsweise sind Kinder bis zum 7. Lebensjahr nicht deliktfähig. Das heißt, wenn keine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt auch keine Haftung besteht. Das gilt dann auch für die Eltern, was dazu führt, dass das bekannte “Eltern haften für Ihre Kinder” hier ausnahmsweise nicht gilt. Das klingt unsozial und nicht fair vom Gesetzgeber – und in einem gewissen Maße mag das in der Praxis auch so sein.

Ein Beispiel: Ein Vierjähriger geht mit seiner Mutter spazieren. Die meiste Zeit hat sie ihn an der Hand, manchmal läuft er einige Schritte voraus. Mutti hat ihn die ganze Zeit im Auge und kommt ihrer Aufsichtspflicht somit gewissenhaft nach. Trotzdem kann sie nicht verhindern, dass der Kurze sich blitzartig einen Stein vom Trottoir greift und in eine Schaufensterscheibe wirft. Der Ladenbesitzer ist zu Recht ungehalten und fordert Schadenersatz von den Eltern. Diese melden es ihrer Haftpflichtversicherung und die lehnt prompt mit der Begründung ab, dass die Eltern in diesem Fall nun einmal nicht haftbar sind und die Haftpflichtversicherung laut Definition nur für berechtigte Forderungen eintreten muss.

Das bedeutet, die Eltern sind im Recht und der Ladenbesitzer guckt in die Röhre. Zumindest nach dem Gesetz. Aber moralisch? Wohl eher nicht. Ich denke, viele von uns würden sich in solch einem Fall moralisch verpflichtet fühlen, den Schaden aus eigener Tasche zu zahlen. Zum Glück gibt es da heute inzwischen verschiedene Versicherer, die zu dieser unglücklichen Situation ein Einsehen haben. Zum Beispiel in dieser modernen Variante (unser Haftpflicht-Spartipp) sind solche Schäden deliktunfähiger Kinder zusätzlich mitversichert. Entgegen der üblichen Praxis ein wertvolles Extra.

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